eCommerce Conference 2011 in Hamburg – Ein Rückblick

Am 22.03.2011 führte mich die Teilnahme an der eCommerce conference nach Hamburg ins schöne Lindner Park-Hotel Hagenbeck.

Die von der Neue Mediengesellschaft Ulm mbH organisierte Veranstaltung richtet sich im Prinzip an alle die im Online Bereich Geld verdienen. In erster Linie Shopbetreiber und Lösungsanbieter.

Da wir bei YTPI einige kleine Internetshops in technischer Hinsicht betreuen, erhoffte ich mir von meiner Teilnahme vielleicht einige interessante Neuigkeiten mitzunehmen. Vorab sei gesagt, nicht alles war für mich interessant. Vieles richtete sich einfach an wirklich große Shopbetreiber und einige Redner blieben sehr theoretisch. Dennoch habe ich einige Anregungen erhalten die ich nun gerne auch weiter teilen möchte.

Den Anfang am Morgen machte der „One Man Think Tank“ Ralf Westphal. In seinem Vortrag ging es darum wie Probleme zwischen den Technikern (die mit Cola & Pizza) und den Shopbetreibern (die mit Anzug & Taschenrechner) vermieden werden können. Wie so oft im Leben ist mehr Kommunikation die Lösung. Anstatt lange Pflichtenhefte abzugeben, und Monate, vielleicht Jahre später die Ergebnisse zu betrachten, sollten Auftraggeber in einem ständigen Dialog mit dem Programmieren stehen. Kleine Ergebnisse sollten ständig präsentiert werden. Dies ist auch sinnvoll in Anbetracht der Tatsache wie schnell sich Anforderungen heute ändern.

Nach der ersten Kaffeepause folgte ein erstes Highlight. Zu dem Thema „Mehr als 200% Konversationsratensteigerung durch automatisiertes und personalisiertes Follow up“ referierte die Belgierin Mieke De Ketalaere von der Selligent GmbH. Letztlich ging es darum, was man tun kann um mehr Kunden zum Kaufen im Shop zu bringen. Zum Beispiel ließen sich die Verkäufe um 5% steigern, wenn man registriert wofür sich Kunden interessieren, und man dann dieses Wissen wieder einsetzt. Die aktive Reaktion auf verwaiste Warenkörbe brachte eine Verkaufssteigerung von 15-20%. Was tun wenn sich die Lieferung verspätet? Schlägt man alternativen vor, kann man im Schnitt 7% mehr verkaufen. Ein weiterer Tipp: Fragen Sie bei Rücksendungen nach Feedback.

Vor dem Mittagessen war dann auch noch Daniel Harari von der emarsys eMarketing Systems AGdran. Er plädierte für automatisierte E-Mails. Sein Credo: Mehr Umsatz bei weniger Aufwand. Und meiner Einschätzung nach ist hier viel Potenzial bei einer Vielzahl von kleineren Onlineshops. Eine ganz einfache Sache zum Beispiel: Wie generiere ich neue Newsletterabonnenten? Nutze ich bei der Shopanmeldung im Kaufprozess das Opt-In Verfahren? Ausreichend wäre hier wenn die Kunden die Möglichkeit haben, den Newsletter abzuwählen. Das Opt-Out-Verfahren wäre also die bessere Lösung. Eine weitere Möglichkeit mehr Newsletter Anmeldungen zu erzielen, wäre unter den Anmeldungen regelmäßig Preise zu verlosen. Nachdem man dann die Adressen hat, muss man sie natürlich auch richtig nutzen. Am einfachsten mit automatisierten Lösungen. Bitten Sie zum Beispiel sieben Tage nach dem Kauf um eine Bewertung, gleichzeitig kann man bei dieser Gelegenheit passende Angebote machen. Bei Warenkorbabbrüchen von registrierten Kunden könnte man zum Beispiel nach dem Grund fragen, nicht nur das dieses Wissen sicherlich bei der Optimierung des Shops hilfreich ist, gleichzeitig könnte man den Kunden mit einen Rabatt vielleicht doch noch zu einer Bestellung bringen. Ich könnte hier noch mehr schreiben, er hatte wirklich viele interessante Ideen auf Lager. Als letztes vielleicht der Hinweis, dass auch in Newsletter die Möglichkeit zum Teilen gegeben seien sollte. Stichwort: Twitter, Facebook, etc.

Das gute Ambiente des Hotel setzte sich am Mittagsbuffet fort. Jam. Wirklich lecker. Mein Favorit war ein wirklich feuriges Chili, das den Namen wirklich verdiente. Aber ich schweife ab. Bleiben wir fachlich.

Direkt nach der Mittagspause ging es um den effektiven Versand für Onlinehändler. Auch wenn sich die Tipps bei großen Lagern sicherlich so sehr auszahlen, dass unter Umständen sogar Personal eingespart werden kann, könnten kleinere Onlinehändler hier sicherlich zumindest Ihren Tagesablauf optimieren, weil am Ende eine Stunde mehr für andere Dinge bleibt. Über diese Dinge sprach übrigens Hagen Meischner von der mad geniuses GmbH.

Als nächstes standen Bezahlsysteme auf dem Programm. Hier ging es in erster Linie um Betrugsprävention. Interessant zu hören was alles machbar ist. Markus Solmsdorff von der Expertcash GmbH zeigte unter anderem wie man mit Geolokalisierung über die IP Adresse und die einzigartige Device-ID Betrugsversuche erkennen kann. All dies kann ein Shopbetreiber natürlich nicht selbst, hier führt kein Weg an einem Bezahldienstleister vorbei, der all diese Prüfungen in Echtzeit im Hintergrund durchführt.

Nach einer weiteren Kaffeepause folge der SEO Block im Programm. Hier ist der Beitrag von Alan Webb, Abakus IM besonders hervorzuheben. Thema war die interne Verlinkung von OnlineShops. Nach seiner Erfahrung ist eine starke interne Verlinkung in den letzten Monaten im Verhältnis zu anderen Rankingfaktoren wichtiger geworden. Als Faustregel gab er an, dass jede Produktseite mindestens 10 mal intern verlinkt sein sollte. Wie kann man die starke interne Verlinkung aber erreichen? Cross Selling ist hier das Zauberwort. Es gab viele Hinweise für Möglichkeiten diese Cross Selling Links zu erzeugen. Interessant ist auch, dass sich Cross Selling Links auch dazu eignen in Shops Duplicate Content zu vermeiden. Denn wenn Händler die Produkttexte von Herstellern übernehmen, gleichen sich die Produktseiten stark mit denen der Mitbewerber. Nimmt man nun bei den Cross Selling Links neben dem Link auch ein Snipplet der Produktbeschreibung hinzu, wird die Produktseite wieder „mehr“ einzigartig.

Den Abschluss bildete um 16:45 Uhr der Vortrag von Michel Sperlich von der online design Werbung & Medien GmbH. Und an dieser Stelle ein dickes Lob an Herrn Sperlich. Denn im Gegensatz zu vielen seiner Vorredner die theoretisch blieben, zeigte er anhand des Beispiels eines Kunden (www.tauchversand.com) was er uns sagen wollte. Sehr erfrischend. Es ging um Mobile-Commerce, ein Thema, wo ich eher skeptisch bin war. Denn die Ausführungen machten Sinn. Produkte werden recherchiert wenn Zeit ist. Das mache ich auch so, wenn ich irgendwo warten muss, surfe ich mit meinem Smartphone. Und am Beispiel des Tauchversand wurde auch mit realen Zahlen gezeigt, dass auch über Smart- und I-Phones gekauft wird.

Mein Fazit der Veranstaltung: Es hat sich gelohnt. Hier habe ich jetzt nur die Vorträge erwähnt, die mir in besonders guter Erinnerung geblieben sind. Es waren aber noch wesentlich mehr Vorträge, bei denen man natürlich auch weitere Fakten mitzunehmen waren. Ich überlege mir im nächsten Jahr wieder teilzunehmen.

Weitere Informationen: eCommerce Conference

Veröffentlicht am 25. März 2011
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